texte zum film - Dr. phil. José Garcia - Aachen
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LUX - KRIEGER DES LICHTS

(Lux - Krieger des Lichts) Deutschland, 2017
 
Filmische Qualität:   
Regie: Daniel Wild 
Darsteller: Franz Rogowski, Heiko Pinkowski, Tilman Strauss, Eva Weißenborn, Kristin Suckow, Anne Haug, Manuel Harder, Serkan Kaya, Michael Klammer 
Laufzeit: 104 Minuten
Genre:  
Publikum: ab 16 Jahren 
Einschränkungen:  
 

José García

 

Der mit vier Oscars ausgezeichnete US-Spielfilm "Birdman oder (die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit" bietet unter anderem eine Satire auf die in letzter Zeit im Kino überhandnehmen Superhelden. Nun startet im Kino der deutsche Film "Lux - Krieger des Lichts", der ebenfalls die Superhelden auf die Schippe nimmt. Thorsten Kachel (Franz Rogowski), der sich Lux nennt, versteht sich als Krieger des Lichts. Er möchte im Alltag Gutes tun, die Welt zum Besseren verändern. Wie die Superhelden trägt er eine Maske und einen Umhang.

Die Probleme beginnen aber, als Dokumentarfilmer Jan (Tilman Strauß) einen Film über den selbsternannten "Superheld des Alltags" drehen will. Denn der windige Produzent Brandt (Heiko Pinkowski) möchte nur in das Projekt investieren, wenn dabei etwas Spektakuläres geschieht. Das bedeutet, dass sich Lux von den Sozialschwachen abwenden und sich der Kriminalitätsbekämpfung verschreiben soll. Nach einigem Zögern lässt sich der "Superheld" darauf ein. Allerdings lassen die Heldentaten auf sich warten. Erst als die Stripperin Kitty (Kristin Suckow) Lux um Hilfe bittet, sieht er seine Stunde gekommen. Doch dann kommt alles anders.

Die Brechung des "Filmes im Film" gibt Drehbuchautor und Regisseur Daniel Wild die Möglichkeit, einige Stilmittel einzuführen, so etwa die Interviews mit Thorstens Mutter (Eva Weißenborn), die subjektive Kamera, die der "Superheld" bei sich trägt, um seine Heldentaten zu dokumentieren, oder auch die Kamera des Filmteams. Irgendwann einmal vermischen sich auch beide Perspektiven, die Schnittmenge vom eigentlichen Film und vom "Film im Film" wird ständig größer. Deshalb spielt auch keine Rolle mehr, ob die Kamera des Dokumentarfilm-Teams, das Thorsten alias "Lux" begleitet, oder auch der Kameramann immer wieder im Bild sichtbar werden. Schade nur, dass durch die Mediensatire die ursprüngliche Idee eines "Alltagshelden", der nur in seiner Umgebung Gutes bewirken möchte, zu sehr in den Hintergrund tritt.

Daniel Wild gewann für seinen Film "Lux" den "Heinz-Badewitz-Preis 2017 für das Beste Regiedebüt" bei den 51. Internationalen Hofer Filmtagen.

 

Foto: Zorro

Im Kino: 1/2018 - Auf DVD: 0/0.