texte zum film - Dr. phil. José Garcia - Aachen
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THE DEATH OF STALIN

(The Death of Stalin) Großbritannien, Belgien , 2017
 
Filmische Qualität:   
Regie: Armando Iannucci 
Darsteller: Steve Buscemi, Simon Russell Beale, Jeffrey Tambor, Michael Palin, Paul Whitehouse, Jason Isaacs, Andrea Riseborough, Rupert Friend 
Laufzeit: 107 Minuten
Genre:  
Publikum: ab 12 Jahren 
Einschränkungen:  
 

José García

 

Stalin regierte die Sowjetunion fast drei Jahrzehnte lang als totalitärer Diktator. Im Rahmen seiner "politischen Säuberungen" ließ er Millionen Gegner verhaften, in Schau- oder Geheimprozessen zur Zwangsarbeit in Gulag-Straflagern deportieren oder auch hinrichten. Als Stalin am 2. März 1953 einen Schlaganfall erlitt, der drei Tage später zu seinem Tod führte, brach ein erbitterter Kampf um seine Nachfolge aus. Kann Satire eine angemessene Art und Weise, eine solch unermessliche Unmenschlichkeit zu verarbeiten? Diesen Weg gingen die Karikaturisten Fabien Nury und Thierry Robin mit ihrem Comicroman "The Death of Stalin", auf dem der gleichnamige Spielfilm von Regisseur Armando Iannucci und seinen Mit-Drehbuchautoren David Schneider und Ian Martin basiert.

Der Film zeigt die unterschwelligen oder auch offenen Kämpfe zwischen dem "zweiten Mann" in Partei und Regierung Malenkow (Jeffrey Tambor), dem Chef des Geheimdienstes Beria (Simon Russell Beale), dem Zentralkomitee-Sekretär Chruschtschow (Steve Buscemi) und dem in Ungnade gefallenen Molotow (Michael Palin) um Stalins Nachfolge. Aber auch Stalins Kinder Swetlana (Andrea Riseborough) und Wassili (Rupert Friend) sowie der "Sieger von Berlin" General Schukow (Jason Isaac) haben ein Wort mitzureden.

Der Ton des Filmes ist nah am absurden Theater. Häufig chargieren die international bekannten Schauspieler entsprechend einer plötzlich entstandenen Lage, die keiner von ihnen vorhergesehen hatte, die aber zum sofortigen Reagieren drängt: "Du musst schnell handeln, Genosse, sonst bist Du tot". In einem solchen Satz oder in ähnlichen Aussagen ("Ich weiß nicht mehr, wer lebt, und wer nicht") verdichtet sich eine aberwitzige Situation, die urkomisch wirken mag, bei der jedoch angesichts der grausamen Realität dem Zuschauer das Lachen im Halse stecken bleibt.

"The Death of Stalin" wurde in Russland vom Kultusministerium verboten. Die Vorsitzende des Kulturkomitees der Duma Jelena Drapeko begründete das Verbot mit den Worten: "Dieser Film verbreitet Extremismus". Andere nennen es einfach Zensur.

 

Foto: Concorde

Im Kino: 3/2018 - Auf DVD: 0/0.