THE MUSIC NEVER STOPPED | The Music Never Stopped
Filmische Qualität:   
Regie: Jim Kohlberg
Darsteller: J.K. Simmons, Lou Taylor Pucci, Cara Seymour, Julia Ormond, Tammy Blanchard, Mia Maestro, Scott Adsit, James Urbaniak, Max Antisell, Ryan Karels
Land, Jahr: USA 2011
Laufzeit: 105 Minuten
Genre: Dramen
Publikum:
Einschränkungen: --
im Kino: 3/2012
Auf DVD: 7/2012


José García
Foto: Senator

Der britische Neurologe Oliver Sacks ist einem breiten Publikum durch die Schriften bekannt, in denen er Fallstudien populärwissenschaftlich aufbereitet. Auf der Grundlage eines dieser Fallbeispiele entstand 1990 Penny Marshalls „Zeit des Erwachens“ („Awakenings“) mit Robin Williams und Robert de Niro in den Hauptrollen. Ebenfalls auf einer Fallstudie von Oliver Sacks („The Last Hippie“) basiert der nun im Kino anlaufende Spielfilm „The Music Never Stopped“ von Jim Kohlberg.

Durch einen Anruf erfahren Henry (J. K. Simmons) und Helen Sawyer (Cara Seymour), dass ihr Sohn Gabriel (Lou Taylor Pucci), zu dem sie seit zwanzig Jahren keinen Kontakt mehr hatten, mit einem gutartigen Gehirntumor im Krankenhaus liegt. Nach der Operation bleibt Gabriels Erinnerungsvermögen schwer beschädigt. Er sitzt teilnahmslos in seinem Zimmer und reagiert lediglich auf Musik. Der verzweifelte Henry engagiert die Musiktherapeutin Dr. Dianne Daly (Julia Ormond), die eher zufällig mit Hilfe des Beatles-Hits „All You Need is Love“ einen ersten Zugang zu ihrem Patienten findet. Die Songs der 60er und 70er Jahre und insbesondere die der Band „Grateful Dead“ wecken verschollene Erinnerungen in Gabriel. Auf einmal ist ihm das Jahr 1968 wieder präsent, als unterschiedliche Ansichten über die Musik und den Vietnamkrieg zum Bruch zwischen Gabriel und seinem Vater führten. Henry springt über seinen eigenen Schatten und überwindet seine Vorurteile gegen die Musik seines Sohnes. Schließlich ergattert er sogar zwei Karten für ein ausverkauftes „Grateful Dead“-Konzert.

Neben der zentralen Rolle der Musik brillieren im bis in die Nebenrollen etwa mit Julia Ormond und Tammy Blanchard hervorragend besetzten „The Music Never Stopped“ vor allem die Schauspieler. Der eher durch komische Rollen bekannte J.K. Simmons stellt seine schauspielerische Bandbreite eindrucksvoll unter Beweis. Ebenso zurückgenommen spielen sowohl die Theaterschauspielerin Cara Seymour als auch Lou Taylor Pucci, der den Kranken ohne jegliche Manierismen darstellt. Die vom Regisseur bestens geführten Darsteller und etliche komische Momente tragen dazu bei, dass „The Music Never Stopped“ ohne das Pathos und die Sentimentalitäten auskommt, die das Drehbuch von Gwyn Luie und Gary Marks durchaus hätten einschließen können. Über den Einblick in die tiefgreifenden Veränderungen in der amerikanischen Gesellschaft von den sechziger bis in die achtziger Jahre hinaus ist „The Music Never Stopped“ vor allem ein Film über die Versöhnung stiftende Kraft der Vaterliebe.
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