MARIA STUART, KÖNIGIN VON SCHOTTLAND | Mary Stuart, Queen of Scots
Filmische Qualität:   
Regie: Josie Rourke
Darsteller: Saoirse Ronan, Margot Robbie, Jack Lowden, Joe Alwyn, David Tennant, Guy Pierce, Gemma Chan, Martin Compston, Ismael Cruz Cordova, Maria Dragus
Land, Jahr: Großbritannien 2018
Laufzeit: 124 Minuten
Genre:
Publikum: ab 12 Jahren
Einschränkungen: G, X
im Kino: 1/2019


José Garcia
Foto: Universal

Über das dramatische Leben der Maria Stuart (1542—1587) und ihre Beziehung zur englischen Königin Elisabeth I. (1533—1603) schrieb nicht nur Friedrich Schiller sein bekanntes Trauerspiel "Maria Stuart". Mehrere Spielfilme beschäftigen sich ebenfalls mit der katholischen Königin, so John Fords "Maria von Schottland" (1936, mit Katharine Hepburn) und Charles Jarrotts "Maria Stuart, Königin von Schottland" (1971, mit Vanessa Redgrave).

Mit demselben Filmtitel startet nun im Kino der Spielfilm von Regisseurin Josie Rourke nach einem Drehbuch von Beau Willimon. "Maria Stuart, Königin von Schottland" beginnt am 8. Februar 1587, dem Tag der Hinrichtung von Maria Stuart (Saoirse Ronan). In einer ausgedehnten Rückblende erzählt der Film "wie es so weit kommen konnte": Im Jahr 1561 kehrt Maria als Witwe des französischen Königs nach Schottland zurück. Sie erhebt Anspruch auf den Thron.

Rourke und Willimon stellen die Konfessionsstreitigkeiten in den Mittelpunkt: Die protestantischen schottischen Adligen rebellieren gegen eine Katholikin als Königin, die englischen Höflinge erst recht gegen die Vorstellung, dass Elisabeth I. (Margot Robbie) ihre Verwandte — beide sind Nachfahren des englischen Königs Heinrich VII. —, eine "Papistin", als Erbin einsetzen könnte. Der Film unterstricht insbesondere den Fanatismus des protestantischen Predigers Jon Knox (David Tennant) und des Elisabeth-Intimus William Cecil (Guy Pearce).

Bis auf einige Zugeständnisse an den Zeitgeist — Marias zweiter Ehemann Henry Darnley (Jack Lowden) wird als Homosexueller dargestellt, der englische Hof ist multiethnisch zusammengesetzt — zeichnet sich "Maria Stuart, Königin von Schottland" durch eine besondere historische Treue aus, wobei wie bei Schiller im dramaturgischen Mittelpunkt die Zusammenkunft der beiden Königinnen steht. Außer den hervorragenden Schauspielerinnen überzeugen das in allen Details formvollendete Produktionsdesign und die exquisite Kameraführung, die über einige Unebenheiten in der Dramaturgie hinwegsehen helfen.

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