ENDZEIT | Endzeit
Filmische Qualität:   
Regie: Carolina Hellsgård
Darsteller: Gro Swantje Kohlhof, Maja Lehrer, Trine Dyrholm, Barbara Philipp, Axel Werner, Amy Schuk, Muriel Wimmer
Land, Jahr: Deutschland 2018
Laufzeit: 90 Minuten
Genre:
Publikum: ab 16 Jahren
Einschränkungen: G
im Kino: 8/2019


José Garcia
Foto: farbfilm / Leah Striker

Sogenannte postapokalyptische Filme stehen zurzeit hoch im Kurs. Die Online-Plattform Netflix bietet solche dystopische Serie, etwa The Rain oder Destination Io, die von einer Welt nach einer Katastrophe apokalyptischen Ausmaßes handeln. Aber auch im heutigen Kino erleben sie eine beachtliche Konjunktur. So starten diese Woche gleich zwei Spielfilme, die als postapokalyptisch bezeichnet werden können.

Für den deutschen Film "Endzeit" adaptiert Olivia Vieweg ihre eigene gleichnamige Graphic Novel als Drehbuch. "Endzeit" spielt zwei Jahre, nachdem ein Virus die meisten Menschen in blutrünstige Kreaturen verwandelte. Überlebende gibt es nur noch in Weimar und Jena, wobei es heißt, in Jena würde an einem Gegenmittel experimentiert. Der Film beginnt aber in Weimar, dessen bekannte Sehenswürdigkeiten wie das Goethe-Schiller-Denkmal Regisseurin Carolina Hellsgård und Szenenbildnerin Jenny Roesler mit einem postapokalyptischen Firnis überzogen haben. Ein Schutzzaun umgibt die Stadt, um die Angriffe der "Zombies" abzuwehren. Über den Zaun wacht ein Trupp, zu dem etwa auch die verängstigte Vivi (Gro Swantje Kohlhof) eingeteilt wird. Vivi ist schwer traumatisiert, nachdem sie beim Zombieangriff zwei Jahre zuvor ihre kleine Schwester nicht retten konnte. Am Schutzzaun lernt sie die burschikose Eva (Maja Lehrer) kennen, die sich auf der Suche nach dem Gegenmittel unbedingt nach Jena durchschlagen will.

Für ihre Reise hat sie den unbemannten Pendelzug ausgewählt, der regelmäßig Weimar mit Lebensmitteln und sonstigen Gütern versorgt. Vivi und Eva erreichen zwar den Zug, aber der bleibt unerklärlicherweise auf halber Strecke plötzlich stehen. Nachdem sie von infizierten Blutsaugern angegriffen werden, sehen sie sich gezwungen, den Rest der Strecke nach Jena zu Fuß zurückzulegen. Auf ihrem Weg begegnen sie verschiedenen Gestalten, unter denen auch einer Gärtnerin (Trine Dyrholm), die eine Mischung aus Mensch und Pflanze zu sein scheint.

Visuell beeindruckt "Endzeit", die ausnahmslos — von der Regie und dem Drehbuch über das Produktionsdesign und die Kamera bis zur Filmmusik und dem Schnitt — von Frauen realisiert wurde, obwohl oder vielleicht auch deshalb weil die meisten Szenen im Thüringer Wald aufgenommen wurde, dem Kamerafrau Leah Striker ganz schöne Seiten abgewinnt.

Auch wenn sie sozusagen der Anlass sind, spielen Zombies kaum eine Rolle. Im Film geht es vielmehr um die gegen Ende dick aufgetragene Öko-Botschaft einer ganz neuen Verbindung zwischen Mensch und Natur. Außerdem bleiben die zwischenmenschlichen Beziehungen der beiden ungleichen Frauen ebenfalls im Vordergrund.
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