HÄNDE WEG VON MISSISSIPPI | Hände weg von Mississippi
Filmische Qualität:   
Regie: Detlev Buck
Darsteller: Zoë Mannhardt, Katharina Thalbach, Christoph Maria Herbst, Hans Löw, Milan Peschel, Alexander Seidel, Heidi Kabel
Land, Jahr: Deutschland 2007
Laufzeit: 98 Minuten
Genre: Literatur-Verfilmungen
Publikum:
Einschränkungen: --
im Kino: 3/2007
Auf DVD: 10/2007


José García
Foto: Delphi

Mit mehr als 4,5 Millionen verkauften Exemplaren ihrer gut 40 Jugend- und Kinderbücher gilt Cornelia Funke als zurzeit erfolgreichste deutsche Kinder- und Jugendbuchautorin. Das Kino hat Funkes Bestseller für sich längst entdeckt. Während in Hollywood „Tintenherz“ mit Helen Mirren und Jim Broadbent in den Hauptrollen verfilmt wird, kamen bereits im Jahre 2005 die ersten Spielfilme nach den Buchvorlagen der deutschen Autorin als deutsche Produktionen ins Kino, so Vivian Naefes „Die wilden Hühner“ (siehe Filmarchiv) sowie Richard Claus’ „Herr der Diebe“ (siehe Filmarchiv). Nun hat Detlev Buck Cornelia Funkes „Hände weg von Mississippi“ für die große Leinwand adaptiert.

Die 10-jährige Emma (Zoë Mannhardt) verbringt die Sommerferien bei Oma Dolly (Katharina Thalbach) auf dem Land. Dort hat sich seit ihrem letzten Besuch einiges geändert: Der alte Klipperbusch ist soeben gestorben, und hat einen Hof hinterlassen, den sich Klipperbuschs schmieriger Neffe Gansmann (Christoph Maria Herbst) unter den Nagel reißen will. Weil aber Gansmann mit der eigensinnigen Stute Mississippi nichts anfangen kann, beschließt er, das Pferd für ein Paar Euro an den örtlichen Schlachter zu verkaufen.

Emma kann den Tod Mississippis dadurch gerade noch verhindern, dass sie ihre Großmutter Dolly überredet, dem „Alligator“ – wie Gansmann von den Nachbarsjungen Leo (Karl Alexander Seidel) und Max (Konstantin Kaucher) genannt wird – die Stute abzukaufen. Nachdem Gansmann das Testament seines Onkels gelesen hat, setzt er jedoch alles daran, wieder in den Besitz von Mississippi zu kommen.

Mit ihrer „Mädchen rettet Pferd vor gierigem Typ“-Geschichte beschreitet Cornelia Funke Pfade, die ausgetretener kaum sein könnten. Doch Detlev Bucks „Hände weg von Mississippi“ lebt nicht in erster Linie von der Handlung, sondern von den skurrilen Figuren, die in Bucks Inszenierung ein Eigenleben erhalten. Katharina Thalbach als Hauruck-Oma, Milan Peschel als Dorftrottel, Detlev Buch als „Dorf-Sheriff“ (ganz in Schwarz gewandet!), Christoph Maria Herbst als Fiesling... agieren mit sichtlichem Vergnügen. Und die Kinderdarsteller ebenso. Wie bereits in Bucks frühem Meisterwerk „Wir können auch anders“ (1993) zeichnen sich die Dorfbewohner in „Hände Weg von Mississippi“ durch ihre liebenswert-skurrile Art aus, die der Regisseur in eine Reihe Slapstickeinlagen umsetzt.

Detlev Buck drückt darüber hinaus dem Film durch eine Reihe Details seinen Stempel auf, ob er das letzte Mitglied einer Radfahrermannschaft sein Gefährt schieben oder ein kleines Kind ein paar Sekunden in die Kamera lächeln lässt. Lediglich wenn die Handlung vorangetrieben wird, sinkt der Lachfaktor.

„Dem überaus unterhaltsamen Film gelingt eine gekonnte Verbindung von Idylle und leichtem Ernst, von Spaß und Tiefgang. Der Ausflug der zehnjährigen Emma in die Sommerfrische wird zu einem Vergnügen für Jung und Alt, kurzweilig und voller spaßiger Einfälle – mit einer auch für junge Zuschauer verständlichen Handlung“, urteilte die Filmbewertungsstelle Wiesbaden über „Hände weg von Mississippi“, als sie ihm das Prädikat „besonders wertvoll“ verlieh.

In der Tat: Detlev Bucks „Hände weg von Mississippi“ gesellt sich zu dieser Handvoll Kinderfilme, die Zuschauer aller Altersstufen begeistern, ohne dass sie es nötig haben, Parallelhandlungen für Erwachsene einzuführen.


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